Ein Maremmen-Abruzzen-Schäferhund mit dichtem, weißem Fell steht auf einer grünen Wiese. Der Hund blickt aufmerksam nach vorn, wirkt freundlich und wachsam. Im Hintergrund ist leicht verschwommenes, natürliches Grün zu sehen.

Maremmen-Abruzzen-Schäferhund – Herkunft, Charakter, Pflege & Kosten im Rasseportrait

 

Der Maremmano ist ein imposanter, unabhängiger Herdenschutzhund mit weißem Fell, tiefer Loyalität und einem starken Beschützerinstinkt. Hier findest du alles zu Herkunft, Geschichte, Linien, Gesundheit, Pflege, Ernährung, Farben, Kosten und mehr.

Herdenschutzhund Maremmano Rasseportrait Hundegesundheit Pflege

Inhalt

  1. Herkunft & Geschichte
  2. Erscheinungsbild & Farben
  3. Lebenserwartung
  4. Linien (Arbeits-, Show- & Mischlinien)
  5. Gesundheit & typische Krankheiten
  6. Pflege & Haltung
  7. Ernährung
  8. Kosten
  9. Unterschiedliche Arten & Einsatzgebiete
  10. Charakter, Familienfreundlichkeit & Erziehung
  11. FAQ
  12. Disclaimer

Steckbrief

  • Typ: Herdenschutzhund
  • Herkunft: Maremma (Toskana/Latium) & Abruzzen, Italien
  • Größe: Rüden 65–73 cm, Hündinnen 60–68 cm
  • Gewicht: ca. 30–45 kg
  • Fell: dicht, mittellang, wetterfest
  • Farbe: Weiß (teils elfenbein/hellzitrone)
  • Lebenserwartung: etwa 10–14 Jahre

Für wen geeignet?

  • Erfahrene Halter:innen mit Haus/Hof & sicherem Grundstück
  • Herdenschutz/Wachaufgaben statt Stadtwohnung
  • Ruhige, konsequente Führung – keine harten Methoden
  • Regelmäßige Beschäftigung & klare Regeln

Herkunft & Geschichte

Der Ursprung des Maremmen-Abruzzen-Schäferhunds reicht bis in die Antike. In den Regionen Maremma (Toskana/Latium) und Abruzzen schützte er seit Jahrhunderten Schafherden vor Wölfen und Bären. Ursprünglich existierten regionale Schläge, die im 20. Jahrhundert unter einem gemeinsamen Standard zusammengeführt wurden. Im Unterschied zu Hütehunden treibt der Maremmano keine Herde, sondern bewacht sie eigenständig – oft über viele Stunden ohne direkte Anweisungen.

Erscheinungsbild & Farben

Der Maremmano ist kräftig gebaut, mit großen Pfoten, breiter Brust und einem ausdrucksstarken Kopf. Das Fell ist mittellang, dicht und wetterhart; eine ausgeprägte Unterwolle schützt vor Kälte und Nässe. Die standardkonforme Farbe ist Weiß; leichte Schattierungen von Elfenbein, Zitrone oder sehr hellem Orange sind akzeptiert und historisch funktional, da der Hund so mit der Schafherde „verschmilzt“.

Lebenserwartung

Die typische Lebenserwartung liegt bei 10–14 Jahren und hängt stark von Genetik, Aufzucht, Haltung, Fütterung und Prävention (z. B. Gewichtsmanagement, Gelenkschutz, Zahn-/Fellpflege) ab.

Linien (Arbeits-, Show- & Mischlinien)

Arbeitslinien

Gezüchtet für den realen Herdenschutz: robust, instinktsicher, ausdauernd, mit ausgeprägtem Territorialverhalten. Brauchen Aufgaben oder ein Umfeld, in dem ihre natürlichen Stärken gefordert sind.

Showlinien

Oft etwas schwerer, auf standardkonforme Optik selektiert. Das Temperament kann ruhiger wirken; die rassetypische Wachsamkeit bleibt jedoch erhalten.

Mischlinien

Kombinieren Merkmale beider Ausrichtungen. Für die private Haltung beliebt, wenn ausreichend Raum, Struktur und Führung vorhanden sind.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Maremmano gilt als vergleichsweise robuste Rasse. Wie bei großen Hunden sollte man dennoch auf folgende Punkte achten:

  • Hüftdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED): Zuchtauswahl mit geprüften Elterntieren, gelenkschonendes Aufwachsen (angepasste Bewegung, Treppen vermeiden, normales Gewicht).
  • Augen: u. a. Entropium (Lidfehlstellungen), Katarakt – regelmäßige Augenchecks empfehlenswert.
  • Herz: Im Alter Monitoring (Auskultation, ggf. Echo) einplanen.
  • Haut & Parasiten: Dichte Unterwolle begünstigt Hautirritationen bei Feuchtigkeit – gründliches Trocknen, regelmäßiges Bürsten.
  • Zähne: Kauartikel/Zahnpflege unterstützen die Mundgesundheit.

Prävention lohnt sich: Gesundheitsvorsorge, altersgerechte Checks, ausgewogene Ernährung, Gewichtskontrolle und gelenkschonendes Training erhöhen die Lebensqualität.

Pflege & Haltung

Fellpflege

Wöchentlich gründlich bürsten, im Fellwechsel häufiger. Filzstellen (hinter den Ohren, Achsel, Hosen) frühzeitig lösen. Baden nur bei Bedarf mit mildem Hundeshampoo.

Bewegung & Auslastung

Tägliche Spaziergänge, Revierkontrolle im gesicherten Garten/Hof, ruhige Denkaufgaben (z. B. Nasenarbeit, Beobachtungsposten). Kein Dauer-Ballspiel – lieber artgerechte Aufgaben.

Haltungsumfeld

Ideal sind Haus/Hof mit sicherem Zaun. Reine Stadtwohnungshaltung ist für diese Rasse in der Regel ungeeignet. Frühe Sozialisierung, klare Regeln und gelassene, konsequente Führung sind entscheidend.

Ernährung

Eine große, aktive Rasse benötigt hochwertiges Futter mit bedarfsgerechtem Energie- und Proteinprofil. Achte auf:

  • Qualität: hoher Fleischanteil, klare Deklaration, bedarfsgerechte Mineralien/Vitamine.
  • Gelenkunterstützung: Omega-3-Fettsäuren, ggf. Grünlippmuschel/Collagen nach Rücksprache mit dem Tierarzt.
  • Gewichtsmanagement: schlanke Linie entlastet Gelenke und Herz.
  • BARF ist möglich bei Know-how und ausgewogener Rationsgestaltung.

Kosten

  • Anschaffung: ca. 1.000–2.000 € (seriöse Zucht, Gesundheitsnachweise).
  • Laufende Kosten: 100–200 € mtl. für Futter, Parasitenprophylaxe, Versicherung, Pflegezubehör.
  • Tierarzt & Training: Rücklagen für Vorsorge/Behandlungen, ggf. Hundeschule/Trainer:in.

Unterschiedliche Arten & Einsatzgebiete

Es gibt einen offiziellen Standard, aber unterschiedliche Einsatzkontexte:

  • Traditioneller Herdenschutz: Bewacht Herden selbstständig im freien Gelände.
  • Wach- und Familienhund: In ländlicher Umgebung mit Aufgabe und Struktur.
  • Spezialanwendungen: Aufgrund der Ruhe teils in tiergestützten Settings – nur mit sorgfältiger Eignungsprüfung.

Charakter, Familienfreundlichkeit & Erziehung

Der Maremmano ist wachsam, eigenständig, würdevoll und sehr loyal. Fremden gegenüber reserviert, seiner Familie zugewandt. Mit Kindern kann er – bei guter Sozialisierung und respektvollem Umgang – sanft und geduldig sein, bleibt aber kein klassischer „Anfängerhund“.

Training

  • Ruhige, konsistente Führung; klare Grenzen.
  • Positive Verstärkung, keine Härte.
  • Früh an Umweltreize, Besucher, Tierarzt, Leinenführung gewöhnen.

FAQ: Häufige Fragen zum Maremmen-Abruzzen-Schäferhund

Ist der Maremmano für Anfänger geeignet?

Nur bedingt. Seine Eigenständigkeit und Territorialität erfordern Erfahrung, Zeit und ein passendes Umfeld (Haus/Hof, sicherer Zaun, klare Führung).

Kann man ihn in der Stadt halten?

Selten empfehlenswert. Stadtumgebung bietet zu wenig rassetypische Aufgabe; Lärm und Enge können Stress verstärken.

Wie viel Bewegung braucht die Rasse?

Tägliche Spaziergänge, freie Bewegung im sicheren Gelände und „Wach-Aufgaben“. Qualität vor Tempo – keine Marathonläufe notwendig.

Haart der Maremmano stark?

Ja, besonders im Fellwechsel. Regelmäßiges Bürsten reduziert Haare im Haushalt und unterstützt die Hautgesundheit.

Wie gelingt die Sozialisierung?

Früh, ruhig und positiv: Menschen, Tiere, Umweltreize, Tierarzt. Besucher-Management (Rückzugsort, klare Regeln) ist hilfreich.

Gibt es rassetypische Krankheiten?

V. a. HD/ED, Augen- und altersbedingte Herzthemen. Seriöse Zucht & Vorsorge senken Risiken.

Welche Futterart ist ideal?

Hochwertiges Komplettfutter (trocken/nass) oder fachkundig geplantes BARF. Wichtig: schlanke Linie & Gelenkunterstützung.

Wie hoch sind die laufenden Kosten?

Richtwert 100–200 € pro Monat, plus Rücklagen für Tierarzt/Training.

Verträgt er sich mit anderen Hunden?

Mit guter Sozialisierung häufig ja. Auf dem eigenen Territorium neigt er zu Wachsamkeit/Abgrenzung.

Wie lange kann er allein bleiben?

Als Herdenschützer ist er ungern allein. Gewöhnung in kleinen Schritten; ausreichend Beschäftigung & Revierkontrolle sind wichtig.

Braucht er eine Hundeschule?

Empfehlenswert – idealerweise Trainer:innen mit Herdenschutzhund-Erfahrung für alltagsnahe Themen.

Ab wann erwachsen?

Große Rassen reifen langsamer: körperlich ~18–24 Monate, geistig darüber hinaus.

Disclaimer

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Auf www.petsation.de bieten wir weitere Infos rund um den Maremmen-Abruzzen-Schäferhund sowie hochwertige Haustierprodukte für Pflege, Gesundheit, Fütterung & Beschäftigung an.

FAQ: Häufige Fragen zum Maremmen-Abruzzen-Schäferhund

Ist der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund für Anfänger geeignet?

Nein, die Rasse ist aufgrund ihres eigenständigen Wesens und Schutzinstinkts eher für erfahrene Hundehalter:innen geeignet, die bereits mit großen Hunden vertraut sind.

Wie alt wird ein Maremmen-Abruzzen-Schäferhund?

Die Lebenserwartung liegt in der Regel zwischen 10 und 14 Jahren, abhängig von Pflege, Ernährung und Gesundheitsvorsorge.

Wie viel Auslauf benötigt der Maremmano?

Die Rasse braucht täglich ausgedehnte Spaziergänge und viel Bewegungsfreiheit auf einem großen Grundstück oder Hof. Ein enger Stadtbalkon reicht keinesfalls aus.

Kann man den Maremmen-Abruzzen-Schäferhund in einer Wohnung halten?

Nein, diese Hunde sind nicht für die reine Wohnungshaltung geeignet. Sie benötigen viel Platz und einen sicheren Außenbereich, um ihre natürlichen Instinkte auszuleben.

Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

Ein Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Wichtig ist auf Gesundheitsnachweise und seriöse Zuchtbedingungen zu achten.

Mit welchen monatlichen Kosten muss ich rechnen?

Für Futter, Pflege, Versicherungen und Tierarzt sollten monatlich 100 bis 200 Euro eingeplant werden, zusätzlich Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben.

Wie pflegeintensiv ist das Fell?

Das Fell ist pflegeleicht, muss aber regelmäßig gebürstet werden, vor allem im Fellwechsel. So werden Unterwolle und lose Haare entfernt und Hautirritationen vermieden.

Welche Fellfarben sind erlaubt?

Der Standard sieht weißes Fell vor. Leichte Abtönungen in Elfenbein, Zitrone oder Hellorange sind zulässig.

Ist der Maremmano kinderfreundlich?

Ja, mit guter Erziehung und Sozialisierung kann er ein sanfter und treuer Familienhund sein. Kinder müssen lernen, den Hund respektvoll zu behandeln.

Welche Krankheiten sind rassetypisch?

Typische Erkrankungen sind Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie, Augenprobleme wie Katarakt sowie im Alter Herzprobleme. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll.

Wie viel Futter braucht ein ausgewachsener Maremmen-Abruzzen-Schäferhund?

Ein erwachsener Hund benötigt etwa 1.200 bis 1.800 Gramm hochwertiges Futter pro Tag, abhängig von Aktivität, Gewicht und Stoffwechsel.

Braucht der Maremmano eine Hundeschule?

Ja, frühzeitiges Training in einer Hundeschule mit Erfahrung im Umgang mit Herdenschutzhunden ist sehr empfehlenswert.

Wie sozial ist die Rasse mit anderen Hunden?

Mit guter Sozialisierung ist er verträglich, neigt aber auf eigenem Territorium zu Wachsamkeit und Abgrenzung gegenüber fremden Hunden.

Kann man den Maremmano als Wachhund einsetzen?

Ja, das ist seine ursprüngliche Aufgabe. Er bewacht selbstständig sein Revier, ist territorial und zuverlässig im Schutz seiner Familie oder Herde.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Arbeits- und Showlinien?

Arbeitslinien sind leichter, beweglicher und stärker auf Herdenschutz gezüchtet. Showlinien sind oft kräftiger und stärker auf Standardmerkmale ausgerichtet.

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